WALTER SKOKANITSCH
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28. Februar 2026 Verhandlung 6 min Lesezeit

Verhandeln ohne Macht: Die unterschätzte Kunst

Du hast kein Druckmittel? Gut. Dann kannst du jetzt anfangen, wirklich zu verhandeln.

Die meisten Menschen glauben, Verhandlungsmacht sei das Wichtigste in einer Verhandlung. Wer die Macht hat, gewinnt. Wer sie nicht hat, verliert.

Das ist ein Irrtum. Und ein gefährlicher dazu.

Das Macht-Paradox

Wer glaubt, alle Macht zu haben, verhandelt schlecht. Er hört nicht zu. Er versteht die andere Seite nicht. Er übersieht Optionen, die für beide Seiten besser wären.

Wer glaubt, keine Macht zu haben, verhandelt oft besser. Er muss kreativer sein. Er muss die andere Seite wirklich verstehen. Er findet Lösungen, die der Mächtige übersehen hätte.

Die wahren Quellen von Verhandlungsmacht

Verhandlungsmacht kommt nicht nur aus der Position. Sie kommt aus:

Alternativen: Hast du eine Alternative zu diesem Deal? Je besser deine BATNA (Best Alternative to Negotiated Agreement), desto entspannter kannst du verhandeln.

Verständnis: Wer die Interessen und Zwänge der anderen Seite versteht, findet Hebel, die auf den ersten Blick unsichtbar sind.

Zeit: Wer unter Zeitdruck steht, verhandelt schlechter. Wer Zeit hat, kann warten.

Beziehung: In langfristigen Beziehungen ist der kurzfristige "Sieg" oft ein langfristiger Verlust.

Was du heute tun kannst

Bevor du in die nächste Verhandlung gehst, stell dir drei Fragen:

  1. Was ist meine Alternative, wenn diese Verhandlung scheitert?
  2. Was will die andere Seite wirklich — nicht was sagt sie, was sie will?
  3. Welche Lösung wäre für beide Seiten besser als der offensichtliche Kompromiss?

Die Antworten auf diese Fragen sind wertvoller als jedes Druckmittel.

Verhandlungskompetenz entwickeln?

In meinen Verhandlungstrainings arbeiten wir an den Prinzipien, die in jeder Situation funktionieren — mit oder ohne Macht.

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